Wir sind auf dem Weg, aber wohin?

Wohin ist die Menschheit unterwegs?
Wohin ist die Menschheit unterwegs?

Wir befinden uns alle auf unserem individuellen Lebensweg. Ohne zu wissen, worum es im Leben geht, suchen wir seit dem ersten Tag instinktiv nach Liebe, Geborgenheit und Glück. Anfangs ist es die Liebe der Eltern oder Bezugspersonen, die Babys und Kleinkinder brauchen, um sich zu entwickeln und zu entfalten. Dann, etwa zu Beginn der Pubertät, begeben sich die jungen Menschen auf die Suche nach ihrer Identität und fragen sich, wer sie in dieser Welt eigentlich sind oder sein wollen. In ihrem Rucksack haben sie die Dinge, die sie in der frühen Kindheit gelernt haben: Glaubenssätze, Wahrheiten, Muster und Erinnerungen, die ihr Denken und Handeln beeinflussen. Sie treten in die Welt hinaus und treffen auf Weltbilder, Religionen, Werbung, Politik, gesellschaftliche Traditionen und Konventionen. Alle wollen ihnen sagen, wie sie zu sein haben, was ein «richtiger Mensch» ist, wie er denken und handeln muss, was er an Bildung vorweisen, wie er aussehen und was er an Gütern besitzen muss. Basierend darauf treffen sie ihre Entscheidungen und stellen die Weichen für ihr weiteres Leben. Sie denken, das ist der Weg. Alle machen es so, als muss es schon richtig sein. Sobald sie den Weg gewählt haben, merken sie, dass es nicht nur um den Weg an sich geht. Die Gesellschaft fordert sie auf, schneller, weiter und höher zu gehen. Sie lernen Wettkampf und Konkurrenzdenken kennen und vergleichen ihre Leben mit anderen. Ihr Alltag besteht plötzlich aus Leistungsdruck und Stress. Dieser Stress geht am Körper nicht spurlos vorbei, auch wenn sie die Signale ignorieren. Solange der Körper noch irgendwie funktioniert, setzen sie sich mit ihm nicht auseinander. Ihre Ziele sind meist Karriere im Beruf, Anerkennung auf Social Media und natürlich möglichst viel Geld. Daran messen sie ihr Glück. Eine einfache Gleichung sozusagen. Aber wieso sind dann immer mehr Menschen unglücklich, auch wenn sie diese Ziele scheinbar erreicht haben? Wieso sind gerade jetzt so viele Menschen auf der Suche? Wieso boomen Bereiche, in denen wir Worte finden wie Wellness, Yoga und Achtsamkeit? Wieso hören wir in den Medien immer mehr von der Work-Life-Balance, aber auch von Burnouts (schon bei Kindern!) und von CEOs, die sich das Leben nehmen? Weil die Gleichung falsch ist.

Als der Dalai Lama mal gefragt wurde, was ihn am meisten überrasche, sagte er: «Der Mensch. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wiederzuerlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht geniesst. Das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt. Er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt.» Ich finde, treffender kann man es nicht ausdrücken. Aber warum tun wir uns das eigentlich an? Die Antwort ist: Weil wir es nicht besser wissen. Wir wurden falsch informiert. Wir haben uns auf die falschen Informationsquellen verlassen. Wir haben uns im Aussen orientiert und dabei unseren allerwichtigsten Kompass vergessen: Unser Herz.

 

Wenn wir heute in den Spiegel schauen und uns fragen, ob wir glücklich sind, würden wir dann ehrlich ja sagen? Wenn wir uns fragen würden, ob wir unserer inneren Stimme gefolgt sind und unsere Herzenswünsche leben, würden wir ehrlich ja sagen? Oder würden wir in unserem Inneren eine Sehnsucht oder vielleicht sogar Trauer spüren, weil wir eben nicht ehrlich ja sagen können? Und wäre dieses Gefühl nicht ein guter Wegweiser dafür, um zu erkennen, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden? 

 

Das ganze Leben ist eine Entscheidung. Jeden Tag können wir sagen: So will ich leben und so nicht. In unserem Wesenskern, unserem Herz, unter all den Schichten von Desinformationen (Aussenwelt) und Falschprogrammierungen (Innenwelt) sind wir frei. Das Licht, das wir alle sind - es ist frei. Die Grenzen, die existieren, sind menschengemacht. So bewegen wir uns innerhalb von Rahmenbedingungen, die unsere Gesellschaft aufgestellt hat und die zugegebenermassen nicht optimal sind. Um unsere Grundbedürfnisse zu decken, sind wir auf Geld angewiesen (zumindest ist das die herrschende Meinung). Aber Geld ist nicht böse oder schlecht. Es ist im Grundsatz ein neutrales Tauschmittel. Wir entscheiden, welche Bedeutung wir diesem zukommen lassen, wieviel Energie wir darauf verwenden und wie wir es einsetzen. Wir entscheiden auch, wie wir es im Rahmen unserer Möglichkeiten verdienen und wieviel wir davon brauchen, um uns glücklich zu fühlen.

Alles ist miteinander verbunden.
Alles ist miteinander verbunden.

In seinem Werk «Der kleine Prinz» schreibt Antoine de Saint-Exupéry «Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.» Und so wünsche ich mir, dass die Menschen in ihre Herzen gehen und sich fragen, ob das, was wir hier auf der Erde jeden Tag sehen, das wirkliche Leben ist. Ich wünsche mir, dass sich die Menschen daran erinnern, woher sie kommen und wohin sie gehen. Ich wünsche mir, dass sie mit dem Herzen sehen, wer und was sie in Wirklichkeit sind. Ich wünsche mir, dass sie fühlen, dass alles miteinander verbunden ist. Ich wünsche mir, dass sie die bedingungslose Liebe – die einzig wahre Kraft im Universum - finden, die sie alle unbewusst oder bewusst suchen. Und ich wünsche mir, dass sie erkennen, dass alles bereits da ist und nur darauf wartet, dass die Menschen aufwachen.